Grüne Fraktion Duisburg teilt Vorbehalte zum Surfpark Krefeld

Einen Katzensprung entfernt von der Duisburger Stadtgrenze im Südwesten liegt der Erholungspark Elfrather See. Die Stadt Krefeld möchte dort einen Surfpark entstehen lassen, der von vielen Anwohner*innen, Naturschutzverbänden und Parteien abgelehnt wird. Die Grünen im Rat der Stadt Duisburg teilen die Bedenken, auch wegen der drohenden Auswirkungen auf das Duisburger Stadtgebiet.

Der Bau des Surfparks bedeutet Vernichtung des Lebensraumes von Kiebitz, Flussregenpfeifer, Teichfledermaus, Kormoran, Star und Mäusebussard, die allesamt auf der Roten Liste bedrohter Tierarten stehen. Dies monierte auch der Krefelder Naturschutzbeirat und schloss sich den Surfpark-Gegner*innen früh an. Umfangreiche Rodungen für das Areal stehen an, wobei im Gutachten rund 100 zu fällende Bäume weniger angegeben wurden. Die Zahl musste nach Hinweis von Naturschützer*innen nach oben korrigiert werden und förderte das Misstrauen gegenüber der Verwaltung. Der Investor selbst gibt an, rund 180.000 Gäste pro Jahr zu erwarten, schwerpunktartig in den Sommermonaten. Das massiv erhöhte Verkehrsaufkommen beträfe auch die Duisburger Anwohner*innen mit Emissionen, Lärm und Stau.

Kurios ist, dass eine dort geplante Windkraftanlage von der Bezirksregierung Düsseldorf mit Hinweis auf den ansässigen Kiebitz abgelehnt wurde, aber ein Surfpark scheint sie nicht zu stören. Enormer Energieverbrauch statt erneuerbarer Energien, da wundert man sich selbst auf dem offiziellen Twitterkanal des Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck: „Ohne die Mithilfe der Verantwortlichen in Ländern und Gemeinden kann die Energiewende nicht gelingen.“  Beim Energieverbrauch des zukünftigen Surfparks setzt auch das Rechtsgutachten an, mit dem die bekannte Klimajuristin Roda Verheyen beauftragt werden soll. Der selbst auferlegte Klimaplan der Kommune Krefeld werde dadurch konterkariert.

In Duisburg haben die Grünen im Stadtrat ebenfalls große Bedenken gegen den Surfpark. Fraktionsvorsitzende Anna von Spiczak kritisiert das Projekt: „Nach einem solchen Hitzesommer mit langanhaltender Dürre eine Freizeiteinrichtung mit diesem enormen Wasser- und Energieverbrauch umsetzen zu wollen, ist unvernünftig, zumal sich Extremwetterlagen zukünftig häufen werden. Ebenso sind die fehlenden Naturschutzaspekte und die Verkehrsbeeinträchtigungen auch für unsere Duisburger Anrainer*innen inakzeptabel.“

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