Der komplizierte Weg zur U-Bahn


Am Duisburger Hauptbahnhof gibt es keine Fahrstühle, die von den Gleisen direkt zur U-Bahn führen. Besonders Menschen mit Behinderung müssen weite Wege auf sich nehmen. Zudem fehlen Wegweiser und Bodenleitlinien. Die GRÜNEN im Beirat für Menschen mit Behinderung stellten dazu einen Antrag, der einstimmig angenommen wurde.

Ausgestiegen am Duisburger Hauptbahnhof gucken Ortsunkundige oft in die Röhre auf der Suche nach der U-Bahn: Es fehlen Richtungsschilder und der Hinweis, dass vom Gleis aus nur Treppen zur U-Bahn führen. Menschen mit mobiler Einschränkung, die Rollatoren oder Rollstühle nutzen, haben dann einen weiten Weg vor sich. Das gleiche gilt für Personen mit viel Gepäck oder Kinderwagen. Runter vom Gleis, durch den Bahnhof und aus einem der Ausgänge hinaus. Sowohl am Hauptausgang als auch am Ostausgang mangelt es an Beschilderung, wohin die Reise geht. Der lange Weg bis zur U-Bahn ist nicht überdacht, ein Nachteil bei Regen. Menschen mit Sehbehinderung suchen vergeblich taktile Bodenindikatoren, die ihnen Orientierung böten.

Diese vielen Einschränkungen will Verena Zipf von den GRÜNEN im Beirat für Menschen mit Behinderung nicht mehr hinnehmen: „Am Duisburger Hauptbahnhof ist man verraten und verkauft, wenn man die Stufen vom Gleis zur U-Bahn nicht bewältigen kann. Die Strecke mit mobiler Einschränkung ist lang und ähnelt einer Schnitzeljagd, immer auf der Suche nach dem nächsten Hinweis. Das ist keine gleichwertige Teilnahme am ÖPNV für Menschen mit Behinderung oder Mobilitätseinschränkung. Beschilderungen, Bodenleitlinien und Schutz vor Wind und Wetter sind das Mindeste, wenn man schon einen vielfach so langen Weg auf sich nehmen muss.“

Auch der Landesverband NRW des Verkehrsclub Deutschland befand bei einem Test im Mai 2025 die Zustände am Duisburger Hauptbahnhof in Sachen Barrierefreiheit für katastrophal.

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