Stadt Duisburg schwächt Gleichstellung


Bei der Stadt Duisburg hat die Gleichstellungsbeauftragte auch die Leitung des Referats für Gleichberechtigung und Chancengleichheit inne. Eigentlich. Denn jetzt soll eine Ausnahme zur Regel werden. Die GRÜNEN und die Linke warnen vor diesem Schritt.

Seit Ende 2024 wich die Stadt Duisburg durch eine personengebundene Ausnahmeregelung von ihrer eigenen Hauptsatzung ab: In § 15 ist festgelegt, dass die Gleichstellungsbeauftragte auch das Referat für Gleichberechtigung und Chancengleichheit leitet. Jetzt soll die Stelle neu ausgeschrieben werden, allerdings ohne Leitung des Referats. Diese nicht rechtskonforme Vorgehensweise bemängelten die GRÜNEN in der Ratssitzung am 24.02.2026. Sie wiesen außerdem darauf hin, dass eine dauerhafte Trennung von Gleichstellungsbeauftragten und Referatsleitung die Position schwäche. Ohne Leitungsfunktion ist für hochqualifizierte Frauen die Bewerbung auf die Stelle weniger attraktiv.

Die Stadt Duisburg will in der kommenden Ratssitzung aber lieber ihre Hauptsatzung ändern und der neuen Gleichstellungsbeauftragten die Referatsleitung entziehen. „Eine Farce“ findet die grüne Ratsfrau Dr. Nazan Şirin: „In der heutigen Zeit, wo Frauen im echten Leben oder digital immer häufiger klein gehalten werden und Gewalt erfahren, ist das ein ganz mieses Zeichen für die Gleichberechtigung. Der Handlungsspielraum der Stelle wird eingeengt und die Wirksamkeit verringert. Wir brauchen für diesen Job dringend eine starke Führungsposition mit entsprechenden Kompetenzen.“

Pia Waschko, Ratsfrau der Linken und Vorsitzende des Gleichstellungsausschuss‘, ergänzt: „Benachteiligte Personen müssen von einer mächtigen Stimme vertreten werden, die sie ernst nimmt und die Ungerechtigkeit effektiv bekämpft. Betroffene leiden ohnehin und verlieren nun zusätzlich den Mut, sich zu äußern. Wenn die Gleichstellungsbeauftragte weniger Befugnisse hat, kann sie sich schlechter für die Opfer von Diskriminierung einsetzen.“

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