Trotz Hitze und Dürre: Rolle rückwärts beim Klimaschutz


In der letzten Duisburger Ratssitzung war die schlechte Haushaltssituation der Stadt beherrschendes Thema. Dabei wurde auch angekündigt, dass die beschlossene Klimaneutralität der Stadt bis 2035 auf 2045 verschoben werden soll. Ein Unding und kurzsichtig zugleich, finden die GRÜNEN.

Das Damoklesschwert schwebt über vielen Dezernaten angesichts der desolaten Finanzlage Duisburgs. Unter anderem ließ Kämmerer Martin Murrack in der Ratssitzung verlauten, dass die angestrebte Klimaneutralität der Stadt bis 2035 für zehn Jahre verschoben werden soll. Welche Projekte genau gestrichen werden sollen und welche Einsparungen die Stadt sich damit erhofft, ist bis heute unklar. Im von Hitze, Dürre und Trockenheit gebeutelten Duisburg heißt das: kein Einlenken beim Schutz von Mensch, Tier und Umwelt. Gefahren durch Starkregenereignisse und Überschwemmungen kommen als weitere Klimafolge noch hinzu.

Die Fraktionsvorsitzende der grünen Ratsfraktion, Anna von Spiczak, ist entsetzt: „Die Klimakrise ist längst da und wird immer schlimmer, und die Stadtverwaltung macht eine Rolle rückwärts beim Klimaschutz. Das ist absolut kurzsichtig und fahrlässig gegenüber den Bürger*innen. Duisburg hinkt eh hinterher, was den Schutz der Bevölkerung vor Klimafolgen betrifft. Bis heute gibt es kein tragfähiges Klimaanpassungskonzept. Jetzt will man auch noch das einzig Verbindliche aufschieben, was wir haben, nämlich das vom Rat beschlossene Klimaziel der Neutralität bis 2035. Das ist kein solides Sparen, sondern pure Symbolpolitik! Auch finanziell ist die Idee absurd: Klimaschutz ist keine Aufgabe, die man aufschieben kann, ohne dass sie teurer wird. Wer bei Klimaschutzinvestitionen kürzt, spart keine Kosten, sondern vergrößert sie.”

Die Klimaneutralität Duisburgs wurde seinerzeit durch ein breites Bündnis, dem Klimaentscheid, gefordert. Nur der Ratsbeschluss zur Klimaneutralität bis 2035 kam dem geplanten Bürgerentscheid zuvor.

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