Schulschließungen müssen genau geprüft werden

Duisburg, 28.01.2010 – Was bisher nur Spekulation war, ist mit der Ratssitzung am 25. Januar 2010 Gewissheit geworden: 20 Schulen sollen im Planungszeitraum geschlossen werden. Darunter fallen acht Grundschulen, fünf Hauptschulen, zwei Realschulen, zwei Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen, zwei Berufskollegs und eine Gesamtschule.

Angesichts von sinkenden Schülerzahlen lassen sich Schulschließungen nicht vermeiden. Trotzdem sollte genau hingeschaut werden, welche Schulen es trifft. In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Grundschüler um rund ein Drittel gesunken, es werden zukünftig weniger Schulen gebraucht. Die Grünen setzen sich für die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems und für das gemeinsame Lernen ein. Der Schließung von Hauptschulen werden sich die Grünen nicht verschließen, so Mustafa Arslan, schulpolitischer Sprecher der Ratsfraktion.

Mit der grünen Forderung nach einem inklusiven Schulsystem werden auch spezielle Förderschulen weniger als bisher gebraucht. Stattdessen soll es behinderten Kindern ermöglicht werden, in Regelschulen unterrichtet zu werden. Dies entspricht auch der UN-Behindertenkonvention, die im März 2009 auch von der Bundesregierung unterzeichnet wurde.

Einzig die Schließung der Berufskollegs sieht Arslan kritisch. Neben ihrer Aufgabe als klassische Berufsschule im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung, erfüllen die Kollegs auch weitere wichtige Funktionen. Als Berufsfachschule bieten sie Schülern die Möglichkeit, ihren Hauptschulabschluss und die Fachoberschulreife nachzuholen. Sie vermitteln auch eine berufliche Grundausbildung, etwa im Bereich des kaufmännischen oder informationstechnischen Assistenten, in Kombination mit dem Erwerb der Fachhochschulreife und sogar des Abiturs.

Da gerade der Arbeits- und Ausbildungsmarkt eines der Hauptprobleme Duisburgs darstellt, kann durch den Wegfall eines qualifizierten Angebots ohne Kompensation eine weitere Verschärfung der Situation erfolgen. Falls die beiden Schulstandorte aufgegeben werden sollen, muss für die 3.700 SchülerInnen ein adäquater Ersatz geschaffen werden. Arslan fordert: „Die Schließungen der Berufskollegs muss dezidiert geprüft werden. Nur wenn es unumgänglich ist und dies nicht zu einem Wegfall an Ausbildungsangeboten in der Stadt führt, stimmen die Grünen dem zu.“

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