Gemeinsames Lernen statt Aussondern und Beschämen

Duisburg, 23.04.2010 – Die Anmeldezahlen für die weitergehenden Schulen in Duisburg haben es gezeigt. Die Eltern vertrauen dem vielgliedrigen Schulsystem nicht mehr. Sie geben nicht nur den rückwärts gewandten und aussondernden Hauptschulen schlechte Noten, sondern auch den Realschulen. „Statt wie schwarz-gelb an alten Strukturen festzuhalten, müssen wir einen neuen Pfad beschreiten. Weg vom Aussondern und Beschämen von Kindern und Jugendlichen, hin zu einem gerechten, Individualität und Leistung förderndem Schulsystem“, so Mustafa Arslan, schulpolitischer Sprecher von Bündnis 90/ Die Grünen im Rat der Stadt Duisburg.

Arslan weiter: „Das veraltete Schulmodell ist an seine Grenzen gestoßen. Weder fördert es die starken, noch die schwachen SchülerInnen. Bessere Förderung und somit auch bessere Leistungen sind nicht durch das Sortieren von zehnjährigen Kindern zu erreichen. Wir brauchen eine neue Lernkultur in Verbindung mit einer neuen Schulstruktur. Jedes Kind muss an jeder Schule die Chance bekommen, einen qualifizierten Abschluss zu machen und das kann nur durch gezielte individuelle Förderung erfolgen.“ Die verkrusteten Strukturen tragen weder dem demografischen Wandel noch dem Schulwahlverhalten der Eltern Rechnung. Das Ziel von Bündnis 90/ Die Grünen ist ein Schulsystem, das nicht aussondert, sondern integrierend ist.

Das schließt auch ganz klar behinderte Kinder und Jugendliche ein. In einem inklusiven Schulsystem hat Jede und Jeder ein Recht auf Bildung und gemeinsames Lernen. So fordert es auch die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung, die von der Bundesregierung verabschiedet wurde, die Umsetzung von der schwarz-gelben Regierung im Land jedoch verzögert wird. „Wir wollen die überkommenen Strukturen von Hauptschulen, Realschulen und Förderschulen abbauen, weil wir glauben, dass alle Kinder so lange wie möglich gemeinsam Lernen sollten. Jedes Kind braucht eine individuelle Förderung innerhalb des inklusiven Schulsystems, um einen qualifizierten Abschluss zu erlangen“, meint Arslan. „Schwarz-gelb schafft es nur, dass sich ein Großteil unserer Schülerinnen und Schüler wie Versager fühlen, weil sie auf die Hauptschule oder eine Förderschule abgeschoben werden. Erfolgreiche Bildungspolitik muss anders aussehen!“

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