Libanesen nicht ausgrenzen sondern integrieren!

Melih Keser

Melih Keser

Leserbrief von Melih Keser, GRÜNER Bezirksvertreter in der BV Meiderich/Beeck zum Artikel NRW-Innenminister – keine Lagebilder über „kriminelle Clans“  in der WAZ vom 17.11.2015

 

Sehr geehrte Redaktion,

in Ihrem Artikel vom 17.11.2015 NRW-Innenminister – keine Lagebilder über „kriminelle Clans“ berichten Sie, dass nicht gegen Personen wegen ihrer Familienzugehörigkeit ermittelt wird. Dabei zitieren Sie den NRW-Innenminister Herrn Ralf Jäger, der verdeutlicht, dass sich „eine solche Kategorisierung verbiete“.

Ich, als Kommunalpolitiker der Grünen in Duisburg, bin sehr froh, dass der nordrheinwestfälische Innenminister Jäger endlich gegen die rassistische Verunglimpfung der Libanesen Stellung nimmt. Zwar kommen seine Äußerungen zu spät – wo bereits deutschlandweit negativ berichtet wurde – aber sie lenken die Debatte in die richtige Richtung. Es ist ein Fehler, die Menschen wegen ihrer ethnischen Herkunft und ihrer Familienzugehörigkeit zu diffamieren.

Die Folge von solchen Diffamierungen ist, dass libanesische Familien in Stadtteilen wie Marxloh und Laar aus der Gesellschaft ausgegrenzt werden. Dabei wird die Integration der libanesisch stämmigen Menschen (vor allem Kinder und Jugendliche) schwieriger. Sie bekommen keine Chance, in Deutschland eine Ausbildung oder einen Job zu finden.

Ich bin in Duisburg Hochheide groß geworden und habe selbst libanesische Freunde, die ich seit der Kindheit kenne. Sie haben keine Vorstrafen. Jetzt höre ich, dass mein Freund aufgrund seines Nachnamens einem „Familienclan“ zugeordnet und ausgegrenzt wird.

Menschen, die kriminell agieren, müssen nach unseren Gesetzen bestraft werden. Das stelle ich nicht in Frage. Wichtig ist es aber, dass wegen eines Straftäters nicht die komplette Familie in Haftung genommen wird. Wenn wir diese Menschen nicht ausgrenzen, dann haben auch libanesische Kinder eine faire Chance Ausbildung und Arbeit zu bekommen und können zu unserer Gesellschaft beitragen.

Warum sollten wir also die libanesisch stämmigen Menschen im Stich lassen? Setzen wir uns gemeinsam dafür ein, die Vielfalt in unserer Stadt und in den Schulen zu stärken. Das nützt uns allen!

Ich habe große Hoffnungen dass sich durch solch einen Ansatz der Umgang mit libanesisch stämmigen Menschen ändern wird.

Mit freundlichen Grüßen

 

Melih Keser

Ortsverbandsprecher der Grünen in Meiderich/Beeck

Bezirksvertreter der Grünen in Meiderich/Beeck

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