Stadt untersucht Duisburger Gewässer auf multiresistente Keime

Auf der letzten Sitzung des Gesundheitsausschusses der Stadt haben die Politiker aller Fraktionen einstimmig beschlossen, die Duisburger Gewässer auf multiresistente Keime hin zu untersuchen.

Der Beschluss ging auf einen von den Grünen eingebrachten Antrag, die korrekter Weise die Gewässeruntersuchungen des NRW Umweltministeriums für nicht ausreichend halten. „Das Land untersucht die Gewässer auf gesundheitsschädliche Erreger und sonstige Verunreinigungen, aber nach Vorkommen sog. multiresistenter Keime in unseren Seen wird nicht gesucht“, begründet der Fraktionssprecher der Grünen die Motivation seiner Fraktion.

Die GRÜNEN im Rat der Stadt Duisburg forderten sowohl im Umwelt- als auch im Gesundheitsausschuss per Antrag eine umgehende Kontrolle der örtlichen Badegewässer, weil Stichproben-Untersuchungen andernorts diese Keime nachgewiesen haben. Dazu erklärt Sait Keles weiter:
„Die Menschen in Duisburg erwarten zu Recht, dass unsere Badegewässer umgehend auch auf multiresistente Keime getestet werden. Hierzu sehen wir angesichts der anstehenden Badesaison keine Alternative. Daher haben wir beantragt, eine systematische und transparente Überprüfung der hiesigen Badegewässer Kruppsee, Großenbaumersee und Wolfsee auf multiresistente Keime zeitnah zu beginnen. Multiresistente Keime können zu schweren Erkrankungen führen, zum Teil sind selbst die wichtigen Reserveantibiotika gegen sie wirkungslos. Auch wenn diese Erreger bei gesunden Menschen nicht unmittelbar eine Erkrankung auslösen, können sich diese im Darm ansiedeln und zu einem späteren Zeitpunkt eine Infektion verursachen. Wir freuen uns, dass der Ausschuss im Sinne des Gesundheitsschutzes aller Duisburgerinnen und Duisburger einstimmig zugestimmt hat“.

Anna von Spiczak, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion ergänzt:
„Was nämlich bleibt ist Unsicherheit und ein mulmiges Gefühl, da diese Erkenntnisse zum Vorkommen Multiresistenter Keime in Gewässern erst durch die Recherche von Journalist*innen aufgedeckt wurden und nicht durch die dafür zuständigen Landesumweltbehörden. Die CDU/FDP-Landesregierung möchte trotz der alarmierenden Befunde erst 2019 eine entsprechende Überprüfung unserer Gewässer vornehmen lassen. Bis dahin soll eine Informationsübersicht für Badegäste geschwächte Menschen vor dem Baden auf das Infektionsrisiko hinzuweisen. Dieses Vorgehen der Landesregierung ist völlig inakzeptabel, denn ein verantwortlicher Umwelt- und Gesundheitsschutz sieht anders aus.
Der Schutz unserer Gewässer hat oberste Priorität, daher gilt es im Falle einer Feststellung entsprechender Erreger, Verursacher auszumachen und mit ihnen gemeinsam Maßnahmen zum wirksamen Schutz unserer Gewässer zu ergreifen. Auch dies ist im Antrag geregelt. “

Hintergrund:
Bei Tests von Wasser aus niedersächsischen Badeseen, Flüssen und Bächen zu Beginn des Jahres, sind in allen Proben multiresistente Keime gefunden worden. Auch der WDR Essen hat kürzlich in Gewässerproben der Ruhr, dem Kemnader und dem Baldeneysee, multiresistente Erreger nachgewiesen. Die schwarz-gelbe Landesregierung will die Gewässer in NRW aber erst 2019 auf diese gefährlichen Erreger überprüfen. Auch die aktuellen Daten zum Zustand der Badegewässer im Badegewässerbericht zeigen also nicht das gesamte Bild.
Bisher gehört es nicht zur Regel, die Gewässer in NRW auch auf multiresistente Keime zu kontrollieren.

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