Wie sah dein Weg in die Politik aus?

Ich habe lange Zeit als Publizistin und Kolumnistin Politik kommentiert und auch kritisiert. Dabei habe ich lange nach einer politischen Heimat gesucht, in der auch Themen wie Vielfalt, Einwanderung und Zusammenhalt sowie die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, Prävention und politische Bildung neben Umweltschutz und Sozialpolitik im Vordergrund stehen. Nach längeren Gesprächen mit Parteifreund:innen habe ich mich entschlossen, eine aktive Rolle bei den Grünen zu spielen und eben diese Themen als Duisburgerin voranzubringen. 

Was treibt dich besonders an?

Mich treibt der Willen um, Vielfalt in den Deutschen Bundestag zu tragen und diese dort endlich sichtbarer zu machen. Zudem freue ich mich sehr, gemeinsam mit einem motivierten und starken Menschen als Team in den Bundestagswahlkampf zu ziehen. Ich setze auf einen Wahlkampf, der einen anderen Politikstil sichtbar macht, fachlich versiert und argumentativ stark ist. 

Wozu würdest du die erste Rede im Bundestag halten?

Ich würde meine erste Rede über Vielfalt als Normalität halten wollen. Es würde darum gehen, unterschiedlichste Lebensentwürfe zu skizzieren und diese bei aller Verschiedenheit als Stärke unserer Demokratie und Einwanderungsgesellschaft hervorzuheben. Vielefalt ist keine Bedrohung, sondern unser Kapital, in das wir investieren sollten. 

Was muss in den nächsten vier Jahren bundespolitisch angegangen werden?

Ich möchte mich in Berlin endlich für ein echtes Integrationsgesetz einsetzen, das uns als deutsche Gesellschaft und Staat ebenso wie Einwander:innen gleichermaßen in die Pflicht nimmt. Das geht nur, wenn wir Integration und Einwanderung gebündelt betrachten und resortübergreifend bearbeiten. Um dies koordiniert und zielgerecht erarbeiten und umsetzen zu können, setzen wir Grünen auf ein Einwanderungs- und Integrationsministerium. Und ich würde mich gerne für eine starke grüne Außenpolitik einsetzen, die mehr Multilateralismus und mehr Kooperationen mit NGO´s weltweit vorsieht. Gerade Kriege wie in Syrien oder der Konflikt um Yemen, aber auch die allgemein wahrnehmbare Erosion von Demokratie treiben mich sehr um. 

Wie tankst du zwischen Zoom-Konferenzen und Wahlkampf auf? 

Die Natur bietet mir in meinem stressigen Alltag zwischen Zoom-Konferenzen, Unterrichten, Forschen, Schreiben und Wahlkampf einen idealen Rückzugsort. Darüberhinaus spiele ich Basketball und mache Sport. Lesen ist ein fester Bestandteil meines Alltags – sowohl beruflich als auch privat. Derzeit lese ich das Buch von Mithu Melanie Sanyal „Identitti“.

Was nimmst du aus Duisburg mit nach Berlin? 

Frische Minze und grünen Tee, um mir einen frischen Marrokanischen Minztee zuzubereiten, meinen E-Scooter und den festen Willen, gute Politik im Bundestag machen zu können.


Über Lamya
Mein Wahlkreis Duisburg I (115) umfasst die Bezirke Rheinhausen und Süd, sowie die Stadtteile Altstadt, Dellviertel, Hochfeld, Neuenkamp, Kaßlerfeld, Neudorf, Wanheimerort des Bezirks Mitte. Ich bin in Ahlen (Westf.) geboren und nach Ende meines Studiums in Münster im Jahr 2003 nach Duisburg gezogen. Ich bin Islam- und Erziehungswissenschaftlerin und Publizistin. Ich leite das Forschungsprojekt „Antisemitismus im Jugendalter“ an der Universität Duisburg-Essen und unterrichte zusätzlich am Landfermann-Gymnasium Islamische Religion. Desweiteren führe ich vier Kolumnen zu innenpolitischen Fragen, Einwanderung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ich setze mich ehrenamtlich für den gesellschaftlichen Frieden zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religionszugehörigkeit ein und engagiere mich für ein liberales Islamverständnis. Ich lebe mit meiner Familie im Duisburger Westen.


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