Grüne gegen die Fällung von 22 Alleebäumen zwischen Meiderich und Ruhrort:

Alternativen prüfen!

Für den dringend notwendigen Bau der Umgehungsstraße in Meiderich sollen „Am Nordhafen“ (Meiderich) und an der „Tunnelstraße“ 22 Alleebäume gefällt werden. Hierfür ist eine Befreiung durch die „Untere Naturschutzbehörde“ vorgeschrieben. Sollte diese nicht erteilt werden, könnte diese vom Stadtrat ersetzt werden. Kurzfristig hat sich vor einer Woche der „Beirat bei der unteren Naturschutzbehörde“ mit knapper Mehrheit für diese Befreiung entschieden. Die Verwaltung hat damit freie Hand für die Fällung.
Eine entsprechende Beschlussvorlage wurde kurzfristig von der Tagesordnung der zuständigen Bezirksvertretungen (Homberg/Ruhrort/Baerl und Meiderich/Beeck) und des Umweltausschusses genommen.

Die GRÜNEN Duisburg kritisieren die Fällungspläne und fordern von der Verwaltung Alternativen zu prüfen, um möglichst viele der Alleebäume zu erhalten. Der Bau der Umgehungsstraße in Meiderich soll dabei nicht in Frage gestellt werden:

„Ich halte es absolut für wichtig, dass die Umgehungsstraße in Meiderich kommt. Die Bevölkerung in Meiderich wartet schon lange darauf“, stellt Melih Keser, Grünes Mitglied in der Bezirksvertretung Meiderich fest. „Wir müssen allerdings kritisch betrachten, welcher Preis (Baumfällungen) dafür bezahlt werden soll, damit diese kommt!“

„Für eine umweltbewusste Stadtverwaltung sollte es selbstverständlich sein, alle möglichen Alternativen darzustellen und zu prüfen, mit dem Ziel, den Bestand der Alleebäume weitestgehend zu erhalten“, stellt die Grüne Ratsfrau Anna von Spiczak, Mitglied im Umweltausschuss, fest. „Stattdessen soll wieder einmal vorbereitend komplett abgeholzt werden. Der scheinbar ‚einfachste‘ Weg ist hier der falsche. Umweltbewusstsein geht anders! Jeder Baum ist wichtig für das Stadtklima, insbesondere in hochbelasteten Gebieten. Hinzu kommt aus stadtgestalterischer Sicht gerade hier der stadtbildprägende Charakter der Allee.“

Melih Keser lehnt es ab, erst einmal alles abzusägen was scheinbar im Wege ist. „Der Bau der Umgehungsstraße muss ermöglicht werden. Trotzdem müssen wir die Zielsetzung verfolgen, so viele Bäume und Grünflächen wie möglich zu erhalten und zu schützen. Ich habe nicht das Gefühl das hier über alle Möglichkeiten geprüft wurde.“

So wurde vor 2 Jahren eine große, als Grünfläche ausgewiesene Fläche „Hoher Weg/Steinstraße“ an Aurelis verkauft. Diese holzte erst einmal alles ab. Durch dieses Gebiet verläuft nach alter Planung eine Verkehrsfläche für eine überörtliche Hauptverkehrsstraße. Diese wird jetzt nicht mehr benötigt, da die Umgehungsstraße durch den Ausbau der Vohwinkelstraße umgesetzt werden soll.
„Und jetzt wird gerodet, weil die Umgehungsstraße kommt. Hauptsache die Bäume sind weg“, bemerkt der Grüne Keser. „Diese Einstellung muss sich ändern.“

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