Vorwort

Die Corona-Krise hat uns nach wie vor fest im Griff und stellt uns alle vor enorme Herausforderungen. Ohne große Vorbereitung musste im März 2020 das öffentliche Leben weitestgehend heruntergefahren werden. Trotzdem konnte nicht verhindert werden, dass sich viele Menschen mit dem Virus infizierten. Eines wird bei dieser Herausforderung klar: Eine starke Kommune, eine starke Stadt Duisburg, wird gebraucht – ob in der Bewältigung der Klimakrise, der derzeitigen Corona-Krise oder wenn es darum geht, für die Bürger*innen unserer Stadt im Alltagsleben da zu sein. Zukunft entscheidet sich hier!

Dass wir im internationalen Vergleich gut durch diese Krise kommen, verdanken wir dem großartigen Einsatz der vielen Krankenpfleger*innen, Ärzt*innen, den Koordinierungsanstrengungen der Stadtverwaltung und allen anderen, die sich in dieser Zeit aufgerieben haben. Wir müssen auch allen Menschen danken, die sich an die Schutzmaßnahmen gehalten haben und weiterhin daran halten werden. Sie haben mit ihrem Verhalten dafür gesorgt, dass die Zahl der Neuinfektionen massiv zurückgegangen ist. Auch der engagierte Einsatz von Menschen in den systemrelevanten Bereichen hat maßgeblich zum bisher Erreichten beigetragen. In der Krise zeigt sich, worauf es ankommt: Solidarität, Gemeinsinn und ein gut ausgestattetes Gemeinwesen, das dem freien Spiel des Marktes entzogen ist.

Doch mit Blick nach vorn auf die Zeit nach dieser Krise ist uns allen klar: Die Krise trifft uns alle, aber sie trifft nicht alle gleichermaßen. Soziale Schieflagen verstärken sich, die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer, die gesellschaftliche Spaltung nimmt zu. Die Herausforderungen, vor denen Duisburg vor der Krise stand, sind nicht kleiner, sondern größer geworden. Viele Menschen werden trotz der Unterstützungsprogramme ihre Arbeit verlieren, denn der größte Teil der Wirtschaft erleidet große Einbußen. Wer vorher auf Unterstützung angewiesen war, ist es jetzt erst recht. Und nicht zuletzt schreiten Menschheitsbedrohungen wie die Klimakatastrophe und der Verlust der Artenvielfalt weiter ungebremst voran.

Unsere Stadt braucht daher dringend Lösungen für die drängenden Fragen:

Welchen Beitrag kann die Stadt leisten, um die Wirtschaft dabei zu unterstützen, sich nachhaltig, krisensicher und damit zukunftssicherer aufzustellen?

Wie machen wir Duisburg attraktiver, lebendiger, klimafreundlicher und gerechter?

Welchen Beitrag kann die Stadt leisten, damit alle Duisburger*innen sozial abgesichert sind und Armut wirksam bekämpft wird?

Wie schaffen wir es, zusammenzuwachsen, statt uns spalten zu lassen?

Wir GRÜNEN stehen dafür unsere großartige Stadt zu gestalten, mit den Duisburger*innen im Mittelpunkt unserer Gedanken.

Wir sind überzeugt, dass unsere Stadt ein riesiges Potenzial hat. Wir sehen, dass vieles in Duisburg auch anders gehen kann. Dass wir Bäume schützen und neu pflanzen können, statt sie gnadenlos abzuholzen. Dass die Klimakrise nicht besiegt ist, sondern gerade erst richtig losgeht. Und dass wir als Stadt eine Verantwortung haben, in der Bekämpfung dieser Krise unseren Beitrag zu leisten. Wir können diese Herausforderung meistern, indem wir Wirtschaft UND Umwelt zusammenbringen. Arbeitsplätze UND Erneuerung. Darin liegt die Chance, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Wir wollen die Digitalisierung nutzen, um unser Leben einfacher zu machen. Gemeinsam gehen wir’s an: ökologisch, sozial, feministisch, antifaschistisch, gerecht.

Im Mittelpunkt unserer grünen Politik steht der Mensch in seiner Würde und Freiheit. Duisburg ist eine Stadt, die von ihrer Vielfalt lebt. Wir sind reich an Menschen mit Ideen und Geschichten, die nur darauf warten, ihre Chancen zu ergreifen. Wir wollen dabei alle mitnehmen und niemanden zurücklassen. Eine solidarische Stadt, in der wir Armut gemeinsam bekämpfen und das Wohl- ergehen aller sichern – das ist der Kern unserer Politik.

Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, dass wir gemeinsam stärker sind. Wenn wir uns organisieren, sei es in Nachbarschaftsinitiativen, Vereinen, losen Gruppen oder auch nur mit einigen Freund*innen. Sie hat auch gezeigt, dass wir in Krisenzeiten auf unsere Solidarität bauen müssen und nicht auf Hass und Ausgrenzung. Wir wollen diesen Geist erhalten und die Menschen fördern, die sich weiter für eine offene Gesellschaft einsetzen. Die Räume brauchen, Geld oder manchmal auch nur ein offenes Ohr in der Stadtpolitik. Und wir werden diejenigen aufhalten, die unsere offene Gesellschaft, unsere Demokratie und den Rechtsstaat zerstören wollen.

Kapitelübersicht

Grün ist: Natur und Klima retten

1. Klimaschutz fängt in Duisburg an – klimaneutrales Duisburg

2. Dürre, Hitze, Starkregen – der drohenden Klimakatastrophe begegnen

3. Mehr Grün in der Stadt

4. Ökologisch und nachhaltig bauen

5. Naturnahe Flächen schützen und bewahren

6. Sicher und schnell – zu Fuß durch die Stadt

7. Autofreie Innenstadt

8. Mit dem Fahrrad in die Zukunft

9. Bus- und Bahnangebot massiv verbessern

10. Effektiver Lärmschutz jetzt: Kommt die Ruhe, kommt die Kraft

11. Abfälle Reduzieren

Grün ist: eine Stadt der Solidarität und des Respekts

1. Schulraum schaffen und modernisieren

2. Mehr offener Ganztag

3. Starke Kitas, starke Kinder

4. Mehr Duisburg erleben – die Duisburg-Card

5. Zugang und Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen

6. Kommunale Gesundheitspolitik – ortsnah und bedarfsgerecht

7. Gute Pflege – stark für Duisburg

8. Streetwork kennt keine Grenzen

9. Suchtkrankheiten: Hilfe leisten statt verdrängen

10. Sozialer Wohnungsbau und Mietenpolitik

11. Schrottimmobilien aufwerten, Wohnungslosigkeit bekämpfen

Grün ist: eine Stadt der Chancen und Ideen

1. Die Stadt selbst gestalten: digital und nah!

2. Die neue Verwaltung: einfach, schnell, digital

3. Nachhaltige Wirtschaftsförderung ist vernetzt

4. Gastronomie – Hotellerie – Einzelhandel. Jetzt retten!

5. Leerstand zu Workspaces

6. Autohof am Logport – verträgliche Zufahrten zum Logport

7. Kultur ist unser täglich Brot

8. Gelebte Nachbarschaft – im eigenen Stadtteilzentrum!

9. Vielfalt feiern!

10. Interkulturelle Öffnung der Verwaltung

11. Sport in Duisburg ist vielfältig – in jeder Hinsicht!

12. Schwimmen für alle – ohne Kampf ums Wasser

13. Junge Menschen ernst nehmen!

14. Urbanes Quartier am alten Güterbahnhof

Kurz & Kompakt

Ob Klima- oder Coronakrise, in diesen Zeiten ist eine starke Kommune gefragt. Wir stehen dafür ein, Politik hier vor Ort anders zu gestalten. Offener, freundlicher, mit einem Fokus auf dem Gemeinsamen und nicht auf dem Trennenden.

Dazu schlagen wir 36 konkrete Projekte vor, die wir in den nächsten Jahren umsetzen wollen. Unsere zehn wichtigsten Punkte:

Baum- und Klimaschutz

Wir wollen die Baumschutzsatzung wieder einführen und die Stadt, so schnell es geht klimaneutral machen.

Autofreie Innenstadt

Die Menschen sollen im Mittelpunkt der Verkehrsplanung stehen, nicht die Autos. Unser Plan für die Innenstadt sieht eine deutliche Reduzierung des Auto- und LKW-Verkehrs vor.

Mit dem Fahrrad in die Zukunft

Das Fahrrad ist das Verkehrsmittel der Zukunft. In unserer Stadt kann dafür noch viel getan werden: Mehr und bessere Radwege, sichere Fahrradstraßen, Ausbau des Bikesharingsystems und noch vieles mehr.

Vielfalt feiern

Unser Duisburg ist so bunt, wie die Geschichten seiner Einwohner*innen. Wir wollen diese Vielfalt feiern und sichtbar machen. Ein queeres Zentrum, ein Fest der Vielfalt und einen Wirtschaftspreis für   migrantische Ökonomie haben wir uns vorgenommen.

Ein Freibad für den Norden, Ein Hallenbad im Süden

Schwimmmöglichkeiten sind nicht nur ein echtes Stück Lebensqualität, sie können Leben retten, wenn jedes Kind schwimmen kann. Dafür wollen wir ein Freibad im Norden und ein Hallenbad im Süden schaffen.

Digitale Verwaltung

Die Digitalisierung kann unser Leben viel einfacher machen. Wir wollen, dass in   Zukunft jeder Behördengang auch digital erledigt werden kann.

Mehr Schulraum schaffen

Im Container lernt es sich schlecht. Wir brauchen vier neue Grundschulen und zwei Gesamtschulen in Duisburg.

Sozialer Wohnungsbau

Wohnen ist überall dort die soziale Frage der Zukunft, wo sie es jetzt noch nicht ist. Wir wollen die   Mieten günstig halten und mehr sozialen Wohnraum in Duisburg schaffen.

1 -Euro-Ticket

Mobilität ist ein wichtiger Teil sozialer Teilhabe. Wir wollen allen Menschen   diese Mobilität ermöglichen und Bus-   und Bahntickets für 1€ einführen.

Stadtteilzentren

Wir brauchen mehr Orte, an denen   Menschen zusammenkommen können. Wir wollen in jedem Bezirk einen Raum schaffen, in dem Bürgerservice, Vereins- und Bildungsangebote sowie Wissensvermittlung zusammentreffen.