Empörung in Homberg


Die Sonne knallt, die Sommerferien stehen vor der Tür und das Freibad in Homberg ist immer noch zu. Die Verärgerung der potenziellen Badegäste ist verständlicherweise groß. Die Grünen fordern von der Stadt bessere Planung und offene Kommunikation.

Mit vereinten Kräften hatten sich 2013 viele Menschen für das Freibad in Homberg stark gemacht und die Schließung verhindert. Der Wunsch der Einwohner*innen war laut ins Rathaus gedrungen und ihm wurde seinerzeit nach zähem Ringen stattgegeben. Umso ärgerlicher, dass jetzt diese wichtige Freizeitstätte doch geschlossen ist. Ratsherr Matthias Schneider (Grüne) aus dem Bezirk Homberg/Ruhrort/Baerl kritisiert das aktuelle Vorgehen: „Die Kommunikation der Verwaltung hat hier versagt. Wenn die Menschen Anfang Mai vor verschlossenen Schwimmbadtüren stehen, kann man das nicht schönreden, das ist eine große Enttäuschung. Besonders weil es linksrheinisch nicht gerade vor Bademöglichkeiten wimmelt, sodass ich den Frust der Leute verstehen kann.  Darüber hinaus sind die Personalsorgen bezüglich der Schwimmmeister*innen kein neues Phänomen und wurden viel zu spät angegangen.“

Seit Jahren herrscht Fachkräftemangel in dem Bereich, zumal der Homberger Freibadbetrieb hauptsächlich durch Saisonkräfte gestemmt wird. Dies mindert zusätzlich die Attraktivität des Arbeitsplatzes, da die Menschen Planungssicherheit und langfristige Verträge im Job bevorzugen. Diese Bedenken haben die Grünen frühzeitig geäußert, wurden aber überhört. Matthias Schneider dazu: „Jetzt von Seiten der Verwaltung so zu tun, als seien die fehlenden Fachleute höhere Gewalt, ist höhnisch. Die Stellenausschreibungen mit attraktiven Arbeitsbedingungen müssen zum Zielpublikum gelangen, sprich zu den Nachwuchskräften, und das auch rechtzeitig. Eine langfristige Bindung guter Arbeitnehmer*innen würde das jährliche Buhlen und Anwerben überflüssig machen.“

Dass ausgerechnet das einzige klassische Freibad in städtischer Hand Mitte Juni noch nicht geöffnet ist, frustriert die kleinen und großen Badegäste. Bleibt zu hoffen, dass sich bei dem Wunsch nach Abkühlung niemand in ungesicherte Gewässer begibt.

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