Grüne fordern deutliches Zeichen gegen belgischen Atomkraftwerksbetreiber

Anna von Spiczak

Die tihangeFraktion der GRÜNEN im Rat der Stadt Duisburg fordert, dass sich die Stadt Duisburg an den Klagen der Städteregion Aachen gegen den Betreiber der Atomkraftwerke Tihange und Doel beteiligt. Dazu erklärt Anna von Spiczak, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN im Rat der Stadt Duisburg:

Wir GRÜNE begrüßen die Entscheidung der Städteregion Aachen, mit einer Klage gegen den Betrieb des Pannenreaktors Tihange vorzugehen.

Brände im Monats-Rhythmus, Risse im Reaktordruckbehälter, Funde von Weltkriegsbomben, undichte Kühlwasserbehälter – die Skandalgeschichte von Tihange ist lang und muss endlich ein Ende finden. Doch die belgische Regierung setzt auf einen Weiterbetrieb der Pannenreaktoren in Tihange und Doel, was einem Russisch-Roulette für die gesamte Region in Belgien, den Niederlanden und Deutschland gleich kommt. Denn im Falle eines radioaktiven Zwischenfalls machen radioaktive Strahlungen an Grenzen bekanntlich nicht halt.“

In dem vorliegenden Antrag für die kommende Ratssitzung am 29.02. fordern die GRÜNEN im Rat der Stadt Duisburg den Oberbürgermeister dazu auf, Kontakt zur Städteregion Aachen aufzunehmen und diese bei ihrer Klage gegen den Betreiber Electrabel zu unterstützen.

Die rot-grüne Landesregierung setzt sich mit Nachdruck für eine Stilllegung der belgischen Reaktoren ein, aber die fachlich zuständige Bundesregierung versäumt bislang, hier aktiv zu werden. Daher müssen dies jetzt die Kommunen tun und wir möchten, dass Duisburg sich daran beteiligt. Die Reaktoren in Tihange und Doel gehören abgeschaltet – sofort!“, so von Spiczak.

 

In Belgien, etwa 60 km westlich der Stadt Aachen betreibt der Energiekonzern Electrabel das Atomkraftwerk Tihange mit insgesamt drei Blöcken sowie bei Antwerpen des Atomkraftwerk Doel mit vier Blöcken. In den letzten Jahren ist es in den beiden Anlage zu einer Vielzahl von Störfällen gekommen. Wegen massiver Sicherheitsbedenken wurde der belgische Atomreaktor Tihange 2 im März 2014 vom Netz genommen. Im Dezember wurde Tihange trotz vieler Proteste wieder angefahren.

Bereits im März 2014, haben die Antwort auf eine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Duisburg ergeben, dass es im Fall eines Reaktorunfalls („Super-Gau“) in Tihange oder Doel, kein umfassendes Katastrophenschutzkonzept gibt, um die Anwohnerinnen und Anwohner zu evakuieren und erst zu versorgen. Auch die atomkritische Ärzteorganisation merkt an, dass das bisherige Katastrophenschutzkonzept in diesem Fall „versagen“ würde. Seit dem wurde versucht neue Konzepte zu entwickeln, große Fortschritte blieben aber aus. „Für uns ein weiterer Grund von vielen, sich für eine Beendigung der Atomkraftnutzung in Tihange und Doel aber auch in ganz Europa auszusprechen“, so von Spiczak.

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Wie es um den Reaktor bestellt ist, ist auf den Seiten des BUND und von „Ausgestrahlt“ und „solarify“ zu lesen:

http://www.bund-nrw.de/fileadmin/bundgruppen/bcmslvnrw/PDF_Dateien/Themen_und_Projekte/Energie_und_Klima/Atom/2016_01_11_BUNDhintergrund_Sicherheitsstatus_belgischer_Atomkraftwerke.pdf

https://www.ausgestrahlt.de/informieren/atomunfall/

http://www.solarify.eu/2015/06/13/601-tausende-risse-in-belgischen-akw-vertuscht/

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