Sozialzentrum: Eingangsgraffitty

Grüner Stadtteilspaziergang: Die Sozialen Herausforderungen sind immens. Aber Hochfeld ist gut vernetzt!

Schon zum 2. Mal trafen sich Mitglieder der Grünen Fraktion zu einem Stadtteilspaziergang, diesmal in Hochfeld. Sie verschafften sich vor Ort konkrete Eindrücke über die aktuelle Lebenssituation der Einwohner und Einwohnerinnen. In Hochfeld wohnen besonders viele Menschen unterschiedlichster Herkunft und Nationalität. Integration ist daher zentrales Thema für ein friedliches Nebeneinander der verschiedensten Kulturen und Religionen im Alltag. Soziale und sprachliche Probleme stehen im Vordergrund. Viele der zuletzt zugewanderten Menschen, v.a. aus den neuen EU-Ländern sowie geflüchtete Familien, sprechen wenig Deutsch und besitzen nichts oder nur wenig.

In Hochfeld gibt es schon seit vielen Jahren zahlreiche Initiativen, soziale Verbände und karitative Einrichtungen, die auch zusammen arbeiten und sich vernetzen. Exemplarisch für die vielen hat die Gruppe Grüner Kommunalpolitiker*innen drei Einrichtungen besucht, um sich ein Bild von deren Arbeit zu machen.

Auf der Brückenstr. wurde die Gruppe von Schwester Martina Paul im Sozialzentrum St. Peter empfangen. Diese Einrichtung ist offen für Alle. Hierbei ist die religiöse, nationale oder soziale Herkunft völlig unwichtig. Angeboten werden Integrationskurse, Sprachkurse, Freizeitangebote für Kinder, Hausaufgabenhilfe, Schulmaterialausgabe, Sozialberatung und vieles mehr. Mit sehr geringen finanziellen Mitteln ist das Sozialzentrum angewiesen auf Geld- und Sachspenden und das bürgerschaftliche Engagement vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen „Geflüchtete Familien kommen zu uns und besitzen oftmals kaum etwas.“ so Schwester Martina Paul. „Wir freuen uns daher sehr über Sachspenden, insbesondere über Haushaltsgegenstände.“

Zwei Straßen weiter, im Immendahl, wurde die Internationale Initiative Hochfeld e.V. besucht. Die Integrationsagentur der Diakonie leistet sozialraumorientierte Arbeit und finanziert sich aus Landesmitteln. Mit niederschwelligen Angeboten (Sprachförderung, Bildungsarbeit) werden Kinder und Frauen angesprochen. „Der Verein ist gut vernetzt. Trotz aller Schwierigkeiten empfinden wir das Zusammenleben der Menschen im Stadtteil als gut. Das äußere Erscheinungsbild wird allerdings männlicher.“ Aber bedroht fühlt man sich nicht.

„Gerade für Stadtteile wie Marxloh und Hochfeld ist Integrations- und Antidiskriminierung­sarbeit besonders wichtig!“ stellt Birsel Katurman fest, Ratsfrau und migrationspolitische Sprecherin der Grünen Fraktion fest.

Seit 20 Jahren ist ARIC-NRW e.V. (Anti-Rassismus-Informations-Centrum) Anlaufstelle für von rassistischer Diskriminierung Betroffener als auch für Aktive gegen rassistische Diskriminierung. ARIC hat seinen Sitz in der Friedenstraße, die antirassistische Arbeit konzentriert sich aber nicht auf Hochfeld, sondern auf die gesamte Region. Die Integrationsagentur bietet aber auch hier Kurse an.

„Wir wenden uns an Menschen, die im Alltag Diskriminierung erfahren haben. Sei es, dass sie bei der Wohnungssuche oder bei der Anmeldung in einem Fitnessstudio abgewiesen wurden.“ Erklärt Hartmut Reiners, Geschäftsführer von ARIC. „Da reicht häufig schon der ausländisch klingende Name oder das andere Aussehen.“

„Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten über Flucht und Zuwanderung unterstützen wir als Duisburger Grüne die Arbeit der Beratungsstelle“ führt Dr. Birgit Beisheim, MdL und Vorstandssprecherin der GRÜNEN Duisburg aus. „Aber auch die institutionelle Diskriminierung ist in Duisburg kein Einzelfall. Diese Erfahrungen machen nicht nur die Neuzuwanderer, sondern auch die Kinder und Enkelkinder derer, die schon seit langer Zeit bei uns leben und Teil unsere Gesellschaft sind.“

Die Grünen Kommunalpolitiker*innen erfuhren auch, dass viele junge Menschen verschiedenster Herkunft nach Hochfeld zuziehen. Hochfeld ist bunt und jung. Genau dies ist auch die besondere Herausforderung für Integration.

Die Grünen Politiker zeigten sich von der Vielfalt und Vielzahl sozialem Engagements beeindruckt und konnten viele Anregungen und Erkenntnisse für ihre Arbeit mitnehmen.

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